Langsam aber sicher artet das Warten auf den Auszug des Mitbewohners in einen Krieg aus. Zuerst war es wie das Warten auf den Weihnachtsmann, man weiß es wird bald soweit sein und es entwickelt sich Tag für Tag eine immer größere Vorfreude auf den Moment des Eintretens.
Ich habe dem lieben Mitbewohner ja auf den 15. September gekündigt und dachte ganz entspannt, dass ich das ja schon durchstehe. Ich hatte auch nie das Gefühl ihn während der verbleibenden Zeit des zusammenwohnens töten zu müssen. Bis gestern, als er mir ganz locker und lässig in der Küche verkündet hat, dass er die Miete nicht mehr zahlen kann... Moment, wie war das noch gleich? Ich muß mich verhört haben! Die Küche war taktisch unklug für eine solche Beichte, man bedenke die ganzen Messer und Gabeln und Löffel. Nein, keine Sorge, er lebt noch. Ich war viel zu geschockt für Mord im Affekt.
Das einzige was ich intelligenterweise rausgebracht habe war:"Das kannst du doch nicht machen." Doch er kann. Er kam dann mit dem Angebot für den nächsten Monat noch die halbe Miete zu zahlen, was mich aber immernoch vor das Problem stellt seine halbe Monatsmiete mitzahlen zu müssen. Mir ist dann im Laufe der immer lauter werdenden Diskussion klar geworden, dass ihm ein Vögelchen diese Möglichkeit gezwitschert haben muss, damit er aus der ach so schrecklichen "Lebensgemeinschaft" mit mir rauskommt.
Aber so nicht mein Freund. Nicht mit mir! Ich bin überhaupt kein Fan davon, wenn Menschen mit ihren bösen Taten einfach so davon kommen, ohne zur Rechenschaft gezogen zu werden. Jetzt hat er sich schon ins gemachte Nest gesetzt, hat nicht einmal geputzt, von meinen Sachen gelebt und meine Wohnung zugestinkt und dann soll er einfach so mir nichts dir nichts gehen dürfen wann er will?? NEE! Ich will Gerechtigkeit.
Da ich durch das Gesetz keine Unterstützung erwarte konnte, musste ich selbst gezielte Maßnahmen ergreifen...
- Entfernung all der Sachen, die er fröhlich mitbenutzt hat, als da wären: Klopapier, Waschmittel, Wäscheständer, Öl, Kaffe und das gesamte Besteck, Teller, Tassen, Gläser.
- Kindersicherung in MEINEN Fernseher.
- Sperrung seiner Telefonnummer (den Anteil für Telefon hat er nämlich auch nie gezahlt)
- Zu guter letzt, eine von mir verfasste Nachricht mit der Bitte die abgelaufenen Lebensmittel wegzuschmeißen und das ekel-stinke-Handtuch aus dem Bad zu entfernen (er hat sein Handtuch seit seinem Einzug nicht einmal gewaschen - der Gestank ist nicht in Worte zu fassen)
Das Ergebnis meiner Sanktionen waren, dass er alles was an ihn erinnert aus dem Gemeinschaftsbereich der Wohnung entfernt hat... Alles bis auf den seit Monaten abgelaufenen Kartoffelsalat...
17:00 Uhr: Feierabend wie das duftet... Ab in das komplett überhitzte Auto... Oh nein, 35 km bei 40 grad... Trocken komm ich da wohl nicht zu Hause an... Aber nicht beschweren, sonst gilt man als eine der Meckerliesen, die sich sowohl bei Regen als auch bei Sonnenschein beschwert... Aber ehrlich, ich beschwere mich... Pumuckl? Nee, Alf... Jaaaa... Stau... Toll... Ich werde nie verstehen wie man vor Städte eine Ampel aufbaut um die Luft sauber zu halten, ich fahre doch sowieso durch!!! Puhhh - warm - nein, heiß... AT HOME - Endlich... Klick Klack, Auto abgesperrt und rein in die Ultra-Altbau Wohnung, in der im Winter der Atem vor dem Mund gefriert... Nein, heute gefriert nix, heute ist es auch dort heiß... Kühlschrank... Bähhh, Kartoffelsalat vom Mitbewohner, schon seit 5 Wochen abgelaufen, riecht dezent, nein, ich werde ihn nicht wegwerfen... Feta-Käse, Knoblauch, Olivenöl - Backofen - mmmhhh... Jetzt noch Zitronenlimonade... Halb8... Fernsehen... GZSZ? Jajajaja... Werden Taifun und Dasha endlich ein Paar - nein, natürlich wird das noch ein Jahr dauern, sonst wär ja die Spannung, die sich von Folge zu Folge ins unermeßliche steigert, verloren.... Danach... Trash TV die Zweite... Wie wär's mit 'ner Folge Germanys next Topmodel mit der total verblödeten Heidi mit den X-Beinen, Q-wer-bist-du-überhaupt und ja, wie kann man ihn vergessen, den Fotografen der so unbekannt ist, dass ich nichtmal seinen Namen kenne... Ach ist das schön zu beobachten wie sich Mädchen für den Erfolg der niemals kommt an die Kehle gehen... Grins...Hihi... Gähn... Nein, ich schlafe nicht, ich ruhe nur kurz die Augen aus...schnapuhhhh...schnapuuhhhh...sabber...schnief....schnapppuuhhh
Mein größter Traum ist irgendwann einmal vom schreiben leben zu können. Leider habe ich diesen Traum erst sehr spät entdeckt, manche würden sagen zu spät. Denn nach einem Studium des Wirtschaftsingeniuerwesens ist es sehr unwahrscheinlich als erfolgreiche Kolumnistin bei einer Zeitschrift beschäftigt zu werden. Aber ich wär ja nicht das Xpentesilea, wenn ich einfach so mir nichts dir nichts meine Träume über Bord werfen würde un mich meinem Schicksal als Herrscherin einer Produktion beugen würde. Also habe ich letztes Jahr nach einer nicht all zu schweren Trennung und einer leichten Sommeraffäre nach einer gefühlten Ewigkeit Pause wieder angefangen zu schreiben. Und, nein, ich bin nicht genügsam, ich will gleich ganz groß hinaus. Also, warum klein anfangen, schreib ich doch gleich ein Buch. Aber weil jeder Anfang schwer ist sind wir erstmal genügsam und fangen mit Kurzgeschichten in Briefform an. Daraus wurden dann auch harterkämpfte 25 Seiten. Da dachte sich das Xpentesilea man könnte ja mal sein Glück versuchen und die ganze Sache an einen Verlag schicken. Der fand's auch noch toll. Leider wollte der böse Verlag 3 Seiten mehr. Nun trennten mich 3 Seiten von einer Veröffentlichung meiner künstlerischen Ergüsse und die grausame Wahrheit ist, dass die Geschichte für mich, tief in meinem Inneren fertig war. Einfach so, zu Ende.
So und deshalb gibt's von der kleinen Xpentesilea kein Buch sondern den Blog... Auch nett
Aaaahhh... Ich, Computerteschnisch komplett unerfahren und unfähig habe gerade entdeckt wie man das Blog-Design ändert. Bin fasziniert... Begeistert... Jetzt habe ich etwas gefunden mit dem ich mein jahrelanges Unterdrücken der Haarprachtveränderung kompensieren kann... Gesagt - getan- hier mein neues Blog-Design... Oh ist das wundervoll...
In einer perfekten Welt
- müsste ich meine Nägel nicht alle 2 Tage lackieren, weil der Lack abgesplittert ist.
- müsste ich meine Haare nicht jeden Monat färben, weil eine Maschine erfunden worden wäre, die die Haare in jede beliebige Farbe färben würde. Dann würden sich auch die nervtötenden braunen Flecken auf Stirn und Ohren erübrigen.
- würden an meinen Haarklammern die enden nicht permanent abbrechen und somit Schmerzen verursachen.
- könnte ich soviel essen wie ich wollen würde und würde niemals ein Gramm zunehmen.
- hätte ich nie Laufmaschen in meinen Feinstrumpfhosen. Diese Industrie verdient sich dumm und dämlich an mir.
- wäre ich braun, nicht weiß.
- wäre Sport etwas schönes und nicht anstrengendes.
- könnte ich jeden Tag Unmengen an Klamotten shoppen, weil das Geld auf den Bäumen wächst.
- wär der Arbeitstag um 8:31 Uhr wieder vorbei.
- würde die Sonne zwar jeden Tag scheinen, es wäre aber nie zu heiß, nie zu stickig und immer eine leichte Brise auf meinem Gesicht.
- würde mein Liebster mir jeden Tag ein umwerfendes Kompliment machen.
- wäre das Fernsehprogramm immer interessant
- wären Mädels niemals zicken, neidisch, hinterf****
- wäre meine Lieblingshose heute nicht im Schritt gerissen, wo ich eh schon zu spät dran war.
Es gibt da bestimmt noch Unmengen an weiteren Faktoren, die das Leben perfekt sein lassen würden. Aber "würde" ist eben wie "wenn" und somit schön zu träumen aber nicht real.
Ganze viele Jahre meines Lebens habe ich mit einer langen Haarpracht verbracht.
Den letzten "Haarunfall" hatte ich mit 16. Ein Friseur hatte mir die Haare viel zu kurz geschnitten und auch nicht wirklich eine Frisur auf den Kopf gezaubert. Das Resultat war ein Winter, in dem ich mit Mütze rumgelaufen bin und ein Sommer mit äußerst shmucken Kopftuch. Danach wollte ich keinen Friseur mehr sehen. Nie wieder. Somit habe ich es verpasst meine Haare entsprechend meinem seelischen Zustand zu ändern so wie jede normale Frau. Einmal habe ich meine Haare schwarz gefärbt. Es war zu dem Zeitpunkt als meine erste große Liebe nach drei Monaten unsere äußerst intensive Beziehung beendet hat und ich der Meinung war, dass mein Leben hiermit vorbei war. Was soll ich sagen, ich war 18, jung und äußerst romantisch-naiv veranlagt. Als ich dann in meiner tiefsten Depression durch die Fußgängerzone geschlendert bin, entdeckte ich das Werbeplakat eines Friseursalons, auf dem in Riesenlettern geschrieben stand: "WENN DIE LIEBE STIRBT TRAGEN FRAUEN SCHWARZ". Wie gesagt, in romantisch-naiv-depressiver Stimmung entschloss ich mich zu einem plakativen zur Schau stellen meiner Trauer: Schwarze Haare.
Da das dann in der Endwirkung gar nicht so schlecht aussah, behielt ich diesen Look über die nächsten 10 Jahre. Lange schwarze Haare. Trotz einiger Trennungen, beruflicher Veränderungen etc, habe ich nicht wie so viele Frauen meinen Look verändert um eine neue Phase meines Lebens einzuläuten. Deshalb dachte ich, ich mache es anders herum. Da ich gerade mal nichts in meinem Leben zu verändern habe und glückselig-grinsend über meine Beziehung, meinen Job, meine Wohnung etc. bin, verändere ich jetzt einfach mal meine Haare. Das Ergebnis war eine radikale Kürzung auf 3 cm und die Farbe ist auch demnächst dran. Leider kommen die Menschen in meiner Umgebung nicht umhin mich zu fragen ob auch wirklich alles OK ist bei mir... Ja, wieso?
Sehr oft bin ich ganz furchtbar, grausam einsam. Unter der Woche fällt dies nicht so auf, da ich durch das Geschäft eingespannt bin und froh bin, wenn ich meine Einsamkeit genießen kann. Zumal ich den Raum der Einsamkeit gerne nutze um in meiner Traumwelt zu leben. Aber an Samstagen bin ich nicht gerne einsam. Klar, ich hab den Liebsten, aber der hat eben seine Jungs. Wie ironisch ich auch über Freindinnen schreiben kann, so schwingt doch in jeder Ironie der Schmerz mit. Man versucht ihn damit zu verstecken, den Schmerz. Die Maske der Stärke wird dadurch bewahrt. War es nicht immer so? Wenn ich irgendwas nicht haben konnte, dann habe ich lauthals in die Welt geschrien das ich es eh nicht brauche, obwohl der Schmerz über den Verlust im inneren gebrannt hat.
Vor allem weil ich mich frage was aus mir wird, wenn der Liebste beschließt seinen Weg weiter ohne mich zu gehen. Er hat dann die Jungs. Ich habe niemanden. Und dann bin ich richtig einsam. Aber das darf der Liebste nie erfahren, denn dann bin ich abhängig von ihm und er bekommt das Gefühl mein Lebensinhalt zu sein, was er traurigerweise auch ist....