Früher oder später gehen sie alle. Die Menschen, die uns im Leben etwas bedeuten. Sie gehen einen neuen Weg. Manchmal blicken sie zurück. Aber die Zeit mit Ihnen ist unweiderbringlich verloren. Man kann sich erinnern und ein Lächeln huscht über das Gesicht.
Letzte Woche saß ich bei meinem Therapeuten und hab versucht zu erörtern woher meine Flugangst denn kommt. Und irgendwann hat er mich gefragt ob ich dem Piloten nicht vertraue. Wir haben dann über meine Kindheit gesprochen und darüber ob ich beliebt war. Ich habe nie zugelassen das mich Menschen so gut kennenlernen, damit ich beliebt hätte sein können. Meine Distanz wurde immer als Arroganz ausgelegt. Jedoch war es nur meine ganz persönliche Taktik um mein Herz vor zuviel Schmerz zu schützen. Als ich 14 war wurde ich nicht akzeptiert. Ich war etwas dicklich, hatte Akne und eine feste Zahnspange. Außerdem hatten wir nicht soviel Geld, dass ich die neusten Klamotten tragen konnte. Also wurde ich so lange gehänselt, bis ich aufgehört habe zu essen. Und mit dem Essen habe ich auch aufgehört Menschen vertrauen zu schenken. Ich dachte, dass wenn niemand weiß wie ich bin, auch niemand über mich urteilen kann. Wenn ich niemanden in mein Herz schließe, dann kann mir niemand weh tun. Nur die Harten kommen in den Garten. Das ist ein Spruch, der meine Einstellung ziemlich gut beschreibt. Deshalb hab ich immer freiwillig die Außenseiterrolle eingenommen. Ich musste mich anders kleiden als andere. Hab mich aus gemeinschaftlichen Aktivitäten rausgehalten und bei Diskussionen den Mund gehalten. So bin ich ganz gut durch meine Schulzeit und mein Studium gekommen. Und mittlerweile handhabe ich das auch so in meinem Job. Ich habe mit meinen Kollegen nichts zu tun, was nicht die Arbeit betrifft. Denn Menschen gehen und lassen einen im Stich. Ich hatte eine sehr gute Freundin. Die habe ich in mein Herz gelassen. Ich habe Verantwortung für sie übernommen und stand ihr zur Seite, als es ihr schlecht ging. Von heute auf morgen hat sie ohne ersichtlichen Grund beschloßen mich aus ihrem Leben auszuschließen. Ich habe seit 2 Jahren einfach so nichts mehr von ihr gehört. Das hätte mir das Herz gebrochen, wenn ich nicht dafür gesorgt hätte, dass der Schmerz niemals bis zu meinem Herzen vordringt. Häufig habe ich mich in Männer verliebt, von denen ich wusste, dass sie gehen. Einer ist nach Amerika gegangen und der andere nach Berlin. Jedes Mal wusste ich von Anfang an wann das Ende da ist. Mein Herz war vorbereitet auf den Schmerz. Mein Herz ist immer vorbereitet. Es kann von jetzt auf nachher zu Eis erstarren. Wenn jemand stirbt, dann weine ich nicht. Ich bin kalt. Eiskalt. Doch nun hat es mein Herz mal wieder erwischt. Ganz plötzlich hat sich von hinten der böse Schmerz angeschlichen und zugeschlagen. Die Einzige Person, der ich im Büro vertraut habe. Mit der ich auch über meine privaten Dinge gesprochen habe. Mit der ich einen lacy friday hatte, an dem wir stundenlang Musik gehört haben, anstatt zu arbeiten. Diese Person geht jetzt. Ich habe es gestern erfahren und meine erste Reaktion war... kalt. Ich habe nichts empfunden. Wieder ein Mensch, der aus meinem Leben verschwindet. Doch wenn ich jetzt so darüber nachdenke, dann tut es irre weh. Denn mit ihm geht der Einzige Mensch, der mich kennt. Und ich kann mir gar nicht vorstellen wie es ist, wenn ich in die Arbeit komme und mich nicht sein Grinsen empfängt. "Und wie war dein Wochende? Boah, ich hab mal wieder gesoffen, ich sag es dir..." Es wird verdammt einsam werden, so wie immer in meinem Leben...
Freitag, 15. Juli 2011
another sad song
Du liebst mich nicht mehr... Woran ich das merke? Weil es kalt geworden ist um mein kleines Herz. Das Herz, das ich dir gegeben habe um darauf aufzupassen. Wir leben zusammen und doch lebt jeder in seiner kleinen Welt. In einer Welt, die mit dem Anderen sehr wenig zu tun hat. Zu gern denke ich an den Anfang zurück. Damals, als alles wunderschön und voller Schmetterlingen war. Als wir stundenlang uns gegenseitig Musik vorgespielt haben, die der eine toll fand und dachte man müsse sie dem Anderen unbedingt vorspielen. Damals, als eine der schönsten Sätze von dir waren, dass du dich jetzt nicht mehr betrinken musst, weil du jetzt eine Freundin hast. Als wir spontan bei unserem ersten Date nach einem Streifzug durch die city noch bei dir einen Film geschaut haben und danach in den abgefucktesten Schuppen der Stadt gegangen sind. Doch nun ist alles anders. Du küsst mich zwar, aber es ist eher die Gewohnheit als das du es aus Liebe tust. Jeden Morgen wache ich auf und laufe los. Laufe in den Wald, voller Bäumen, in den Wald namens Alltag. Jeder läuft dann seinen Weg. Und wie sehr ich dich auch suche. Ich finde dich nicht mehr. Ich bemühe mich. Jeden Tag. Ich versuche mit dir über den Tag zu sprechen. Doch meistens hörst du nicht mir, sondern dem Fernseher zu. Ich möchte von der Zukunft träumen. Doch Träume hast du nicht. Wie sollen wir dann gemeinsam träumen. Und gehört das nicht dazu? Gemeinsam in eine ungewisse Zukunft zu schauen und sich auszumalen was man noch erleben kann. Ob man heiratet. Ach ja, heiraten willst du nicht. Und Kinder willst du auch keine. Für was auch? Ist ja nur ein Zettel, auf dem steht, dass man verheiratet ist. Glücklich sein kann man auch so. Klar. Aber es ist das, wovon ich als kleines Kind geträumt habe und ganz tief in mir drin, hinter meinem geschundenen Herzen hat der Traum weiter existiert. Der Traum von einer Familie. Aber selbst wenn es aus versehen passiert, das wir Kinder bekommen, dann möchtest du eigentlich keine Familie im eigentlichen Sinne des Wortes. Du möchtest nicht zusammen essen, oder zusammen spazieren gehen und die Zwerge im Wald suchen. Du möchtest nicht mit mir tanzen und du möchtest auch nicht grau und runzelig auf einer Bank sitzen und meine Hand halten. Davor möchtest du einfach sterben und gut ist es. Auch wenn deine Ansichten praktisch sind, so sind sie jedoch ohne jedes Gefühl und ohne jegliche Hoffnung. Und das Einzige, dass mich stets aufrecht gehalten hat, dass mir immer wieder dabei geholfen hat aufzustehen, mein Herz zu flicken und weiter zu machen, dass war die Hoffnung. Die Hoffnung auf die unwiederbringliche und einzigartige Liebe. Auf den Mann, der mich sein Leben lang auf Händen tragen möchte. Der seine Augen nicht von mir wenden kann. Auf eine Liebe, die alles übersteht. Auf eine träumende Liebe. Auf eine Liebe, mit der man die Welt entdeckt. Auf eine Liebe, für die man alles stehen und liegen lässt und bis ans andere Ende der Welt geht. Eine Liebe, in der ich begehrt werde und mich jeden Tag aufs neue wie die schönste Frau der Welt fühle. Du siehst mich nicht. Du berührst mich nicht. Du begehrst mich nicht. Das Einzige, von dem ich träumen kann ist meine berufliche Karriere. Deshalb flüchte ich mich jeden Tag bis spät abends in meine Arbeit. Weil das das Einzige in meinem Leben ist, was mich momentan erfüllt. Und mit all dem, brichst du mir jeden Tag aufs neue das Herz. Und ich frage mich, wie lange wir uns noch das Herz brechen werden, bis du es mir zurückgibst und ich wieder aufstehen muss....
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